Demontierbare Massivbauten   als

Überbauung von Parkplätzen.

Es kommt häufig vor - z.B. nach Katastrofen, dass schnell viele Wohnungen geschaffen werden müssen. Herkömmliche Bauweisen sind  wenig geeignet: Sie haben lange Bauzeiten und benötigen Maschinerie und Fachpersonal. Bei erhöhtem Bedarf greift das Gesetz von Angebot und Nachfrage: Die Preise steigen stark an.  Ebenso kommt vor, dass ein Bedarf an andere Orte zieht. Herkömmlich kommen dann zu den Neubaukosten auch noch Rückbaukosten.

Man benötigt also transportfähige Bauten, deren Produktion ohne Preistreiberei gesteigert werden kann.

Bekannt sind sog. "fliegende" Bauten, z.B. Container für Büro und Unterkünfte, die nach Bedarf weitertransportiert werden. Will man solche Bauten in grosser Menge und für längere Zeit, also mittelfristig, einsetzen, entsteht das Problem geeigneter Grundstücke. Zusätzlich hat man die o.g. Preissteigerungen und es handelt sich um Leichtbauten, die schwer auf natürliche Weise zu klimatisieren, also bauphysikalisch nicht optimal sind. 

Aus städtebaulicher Sicht gibt es Reservegrundstücke, die zwar genutzt, aber nicht endgültig verbaut sind, sodass sie für zukünftige Planungen zur Verfügung stehen. Die Nutzung solcher Grundstücke kann durch Überbauung intensiviert werden, wobei der Charakter als Reservegrundstück durch Demontierbarkeit (nicht Abriss) erhalten bleibt.  

Ein Beispiel für genutzte Reservegrundstücke sind Parkplätze, deren Überbauung hier beschrieben werden soll. Produktion: Siehe Anmerkungen 2 "Betonteile". Weitere Beispiele erfordern andere Technik und sind in Vorbereitung.

Bild 1. Schema einer Überbauung. Die Bauordnungen der Bundesländer unterscheiden sich geringfügig. Siehe Anmerkungen 1. Hier eine häufig anwendbare Konfiguration: Mindestabstand = Fahrgassenbreite = 6m. Festgelegte Geländeoberfläche zwischen den Bauten 0,7 m über Oberkante EG-Boden. Rechts: Äussere Abstandsflächen: Nur-Dach-Haus mit 70° Dachneigung. Das thermische Konzept: Massive Geschossdecken (grün) liefern den Wärmespeicher.  Ausenbauteile (gelb) Leichtbau mit hoher Wärmedämmung in Passivhausqualität U < 0,15 W/m²K.

Die Bebauung entwickelt Eigenbedarf an Stellplätzen. Hierfür baut man eine obere Parkebene. Die untere Parkebene muss durch  befahrbare Gitter, vorzugsweise in Fahrgassenmitte belichtet werden.  Das statische Konzept erlaubt, die obere Parkebene wegzulassen oder später herauszunehmen. Es entstehen Hallen für Infrastruktur oder Gewerbe. Dies erhöht die Flexibilität der Anlage, sodass sie ihren Nutzen auch dann behält, wenn der Stellplatzbedarf sinken sollte. 

Bild 2. Links. Wohneinheiten in Erdgeschoss und Obergeschoss. Es besteht Bedarf an Wohnheimen für Studenten und Werktätige sowie Familienwohnungen. EG+OG: An einen Leichtbau- Eingangsbereich mit Gemeinschaftsraum schließt ein Flur mit Kleinappartments an, die verschieden zusammengefasst und unterteilt sein können. Am Ende des Flurs eine Fluchttreppe.



Mitte Dachgeschosse: DG1 wird durch einen aussen liegenden Gang erschlossen. Man kann mehrere Felder zu einer Wohnung zusammenschliessen. Z.B. ergeben zwei Felder ca. 56m². Vom Gang aus erreicht man über eine Aussentreppe je zwei DG2-Wohnungen. z.B. ergeben hier 5 Felder ca. 105m².  Über eine weitere Aussentreppe erreicht man das teilweise begehbare Dach als Terrasse. Es entsteht zugleich ein Fluchtweg auf die andere Seite des Hauses. Dadurch genügt Feuerwehrzufahrt mit ihren hohen Achslasten (100 kN) in jeder zweiten Fahrgasse.

Zur Statik. Im Prinzip kann man die Bauten als auf einer  Mittenwand stehende Pilzbauten errichten. Hierfür würde man  Wände benötigen, die mit breiten Fundamenten steif verbunden, teuer und nicht transportfähig sind. Hier hat man eine Stützenreihe die auch asymmetrisch stehen kann (rechts) sowie mindestens zwei Querwände je Parkreihe, die man auch als Brandwände gestalten kann. Die Kraft wird durch Zugelemente Z zur Stützenreihe übertragen; die durch Lastasymmetrie entstehenden Momente durch mindestens zwei Deckenscheiben zu den Querwänden. Die oberen Parkreihen werden auch bei großer Länge nur durch diese zwei Wände unterteilt. Unten ist aus Gründen von Statik und Transportlängen ca. alle 10m, also alle 4 PKW eine Unterteilung nötig. Bei geringerer oder sehr großer Länge kann man Treppenhaus- und Liftwand als  erste bzw. dritte Querwand gestalten.

Die Statik liegt als Vorbemessung vor und kann in prüffähiger Form konkreten Fällen angepasst werden.

Bild 3. Die obere Parkebene wird durch  Fußweg und Rampe (links) erschlossen. Von dort aus erreicht man über Treppenhaus und Lift die Wohngeschosse. Beide reichen bis zur unteren Parkebene und machen die Wohnungen ausser DG2 barrierefrei. (Gestaltung des Parkplatzes aus "Schneider-Bautabellen", 21. Auflage)





Inhalt Anmerkungen.

1. Abstandsflächen.

2. Betonteile.

3. Zum Wert von Wärmedämmung.

4. Unser Heber und seine Vorgeschichte. ==========================================================-


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